Gemeinschaftspraxis Institut für Pathologie am St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind
PD Dr. med. S. Eidt und Dr. med. R. Hake · Werthmannstr. 1 · 50935 Köln · 0221 4677-1901

Pathologie heute

  • Heute ist der Pathologe hauptsächlich für die Sichtbarmachung und Interpretation von Gewebe- und Zellveränderungen zuständig. Neben den, mit dem bloßen Auge erkennbaren Veränderungen (Makroskopie) beispielsweise eines Operationspräparates oder einer Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe am Lebenden), untersucht der Pathologe unter dem Mikroskop die entsprechenden Gewebe- und Zellstrukturen (Mikroskopie).
  • Die Aufgabe des Pathologen im therapeutischen Prozess besteht also in seiner diagnostischen, gutachterlichen Tätigkeit. Dabei stehen ihm zwei Methoden zur Verfügung, die bioptische/histologische Untersuchung von Geweben und die zytologische Untersuchung von Flüssigkeiten oder Ausstrichpräparaten.
  • Durch die im Mikroskop erkennbare Morphologie (=Gestalt) des Untersuchungsgutes kann der Pathologe Art und Ausprägung der Erkrankung bestimmen.
  • So untersucht der Pathologe im Rahmen der Krebsvorsorge den vom Gynäkologen abgenommenen Zellabstrich nach verdächtigen Zellen, Krebsvorstufen und eindeutigen Krebszellen. Auch bei endoskopischen Untersuchungen zum Beispiel bei Magenspiegelungen ist der pathologische Befund Grundlage für die weitere Behandlung. Auf die Diagnose „Magenschleimhautentzündung“ zum Beispiel folgt eine medikamentöse Behandlung. Stellt der Pathologe einen bösartigen Tumor fest, ist unter Umständen eine Operation notwendig.
  • Auch intraoperativ steht der Pathologe dem Kliniker zur Verfügung: Mit Hilfe eines Schnellverfahrens kann er das krankhaft veränderte Gewebe bereits während einer laufenden Operation begutachten. Das Ergebnis ist für den Operateur ein entscheidender Faktor für das weitere Vorgehen. Handelt es sich zum Beispiel um einen gutartigen, vollständig entfernten Tumor, ist die Operation beendet. Bei einem bösartigen Tumor hingegen werden zusätzlich die Ränder des entnommenen Materials sowie ihr Abstand zum gesunden Gewebe untersucht und wird je nach Ergebnis und Möglichkeit weiteroperiert.
  • Nach der Operation begutachtet der Pathologe das Operationspräparat. Ist unter dem Mikroskop ein Lymphknotenbefall erkennbar, folgt nach dem chirurgischen Eingriff eine weitere Behandlung, zum Beispiel in Form einer Chemotherapie.
  • Es ist somit der Pathologe, der das Ausmaß und die Art der Therapie wesentlich mitbestimmt. Dabei beschränkt sich die diagnostische Tätigkeit des Pathologen nicht auf ein bestimmtes Organ oder eine Fachrichtung der Medizin. Vielmehr ist der Pathologe Tag für Tag mit dem ganzen Menschen befasst und muss sich daher in allen Spezialgebieten der Medizin auskennen: von der Hämatologie und Orthopädie zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, über die Orthopädie und Dermatologie bis zur Gastroenterologie, Gynäkologie und Urologie.
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