Gemeinschaftspraxis Institut für Pathologie am St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind
PD Dr. med. S. Eidt und Dr. med. R. Hake · Werthmannstr. 1 · 50935 Köln · 0221 4677-1901

Die klinische Pathologie steht im Zentrum der Medizin.
Dort gehört sie hin, und dort muss sie bleiben. (Hans Bankl, 2001)

Ursprung und Historie

  • Die Pathologie ist eine Fachrichtung der Medizin, die sich wortgemäß der Lehre (= logos) vom Leiden (=pathos), also der Krankheitslehre widmet. Sie ist Wissenschaft, ärztliche Praxis und Lehre zugleich. Ihre Aufgabe wurde erstmals von dem italienischen Forscher Giovanni B. Morgagni (1682-1771) als „De sedibus et causis morborum“ („von dem Sitz und den Ursachen von Krankheiten“) beschrieben.
  • Das erste Prinzip der Heilkunde ist Beobachtung. Die Pathologie basiert - wie auch die Medizin insgesamt - auf dem Gedanken, dass sich Gesundheit und Krankheit in der Beschaffenheit der körperlichen Anatomie widerspiegeln. Dieser Grundsatz ist keinesfalls selbstverständlich, sondern Ergebnis einer langen kulturgeschichtlichen Entwicklung:
  • Im Gegensatz zu Wunden oder Knochenbrüchen sind Krankheitssymptome ohne sichtbare Ursache zunächst scheinbar unerklärlich. Aus diesem Grund wurden sie in Unkenntnis der medizinischen Zusammenhänge als Strafe Gottes, als Werk eines Zaubers oder Dämons interpretiert. Erst durch den Blick unter die Haut auf die Organe konnte eine wissenschaftliche Beziehung zwischen den Krankheitssymptomen und anatomischen Veränderungen hergestellt werden. Dies setzte jedoch die chirurgische Öffnung des Körpers voraus. Der damit möglich gewordene "Blick hinein" war ein bedeutsamer Schritt für die abendländische Medizin.
  • Die Geschichte der Pathologie im engeren Sinn begann im 18. Jhd. in Wien mit der Einführung eines planmäßigen Studiums krankhafter Veränderungen. Dazu gehörten neben genauen Aufzeichnungen der Untersuchungsbefunde - also der Symptome und Beschwerden, der Beobachtungen beim Ansehen, Abtasten und Abhören des Körpers - die routinemäßige Leichenöffnung der verstorbenen Patienten. Durch die Autopsie (auch Sektion oder Obduktion genannt) lernten die Ärzte, krankhaft veränderte Organe im Vergleich zum Gesunden zu erkennen. Eine Trennung zwischen Pathologie und klinischer Medizin gab es zunächst nicht: jeder Krankenhausarzt führte seine eigenen Obduktionen durch.
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